Equ0111 – Diskussion: Vintage Bass gegen neuen Edel-Bass

Equ0111 – Diskussion: Vintage Bass gegen neuen Edel-Bass

Warum wollen so viele Produzenten, Studio Techniker und auch Bassisten doch immer am liebsten einen alten Fender Precision Bass mit Flatwounds aufnehmen?

Was ist deine Meinung? Ist es Nostalgie? Oder einfach nur, weil Vintage Instrumente „hip“ sind? Denn der Sound von alten toten Flatwounds ist doch eigentlich wirklich nicht gut, oder? Es sei denn, du willst genau diesen Sound oder er passt eben zum Musikstil…

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5 thoughts on “Equ0111 – Diskussion: Vintage Bass gegen neuen Edel-Bass

  1. Hi Florian,

    Danke für dieses Video und den Anstoß dieser Diskussion!
    Dass abgenudelte Flatwounds Deinen Soundvorstellungen nicht entsprachen kann ich nachvollziehen – aber ich habe auch schon einen Typen gehört, der mit 15 Jahre alten Flats völlig geil abgefeiert hat. Alte Flats klingen manchmal sogar besser als frische -manchmal! Was gar nicht geht sind alte Rounds!!
    Meine Erfahrung nach über 30 Jahren Musik und Aufnahmen und Livekonzerte mit Edelbässen und Vintage Instrumenten:
    Gute Edelbässe klingen vorallem alleine oder mit wenigen anderen Instrumenten hifimäßiger, oder ausgewogener, oder eben auch moderner. Precis oder Jazzbässe setzen sich in der Band im direkten Vergleich besser durch. Live sind sie einfacher zu mischen und klingen oft angenehmer als z.b. aktive Edelbässe, wo mit Bassoutput übertrieben wird.
    Ich habe jahrelang Edelbässe gespielt, vorallem weil sie geil easy zubespielen waren . In den letzten Jahren habe ich aber festgestellt, das z.B. Fenderbässe viel dynamischer zu spielen sind, du kannst cool und fett begleiten, für`s Fill langst Du mal fester in die Saiten und bist dann voll da, so dass das Fill auch wargenommen werden kann 🙂
    Edel-Bässe kommen mir oft komprimiert vor.
    Und zum Schluss: Alte Bässe klingen einfach tiefer und definierter im direkten Modellvergleich. Hatte die Tage nen 74 Jazzbass mit nem 2014 Custom Shop und nem 2012 Roadworn und einem 2015 American Standard 5 Saiter verglichen. Einzelnd fand ich alle vier toll, im A-B-C-D Vergleich viel der Roadworn sofort raus, der American Standard (5-String) war unten herum runder, aber nicht so definiert wie die letzten beiden Modelle. Im Band Vergleich gewann ganz klar der 74 Jazzbass, allerdings dicht gefolgt vom Customshop…Die Band war mit Roads und Orgelsound, cleaner Gitarre und Bläsern, Drums und Vocals…funky, soulig …

    Nun gut, letztlich sind auch das Momentaufnahmen….
    Bässte Grüße
    Martin

    • Klar, ich sage ja auch, dass alte Flats super klingen… Aber unabhängig vom Sound muss man natürlich auch schauen, ob es in die Musik passt.
      Dass Edel-Bässe nicht so dynamisch sind, kann ich allerdings nicht teilen! Vielleicht ist man durch die bessere Bauweise geneigt, sich auch modernen Bässen eine tiefere Saitenlage einzustellen… weil das eben geht. Klar, dann verliert man natürlich an Dynamik. Aber wem man sie genau auf sein Spiel einstellt, sollte auch ein moderner Bass sehr dynamisch sein.
      Gruß, Florian

  2. Marcel Seiler

    Hallo Florian
    Das richtige Instrument zur richtigen Zeit am richtigen Ort, dies ist wohl die einzige Wahrheit.
    Ich spiele in einer Rock n Roll Band und unsere Songs sind wirklich Vintage also aus den 70`. Da passt mein Fender Jazz mit Flatwounds perfekt dazu. Neu habe ich noch das Bassmute (Ellio Martina Guitars) montiert. Einfach der Hammer und mein Sound passt so perfekt zu den Vintage Motown Grooves der 70` mit Rock n Roll; R`N`B und Soul.
    Nebenbei habe ich noch einen Status Empathy. Dieser ist sehr direkt und eher für andere Musikstile wie Funk etc geeignet.
    Es kommt auch noch darauf an ob man einen Bassteppich legen will oder aber den Gitarristen die Solos streitig machen?
    Es gibt keinen allerwelts Bass, jeder hat seine Eigenheiten und diese sollte man optimal ausnutzen und einsetzen.

    Bass macht Spass und so soll es sein.

    Aber ich bin im Herzen ein Fan der alten Fender mit Flatwounds 😉

    Lg Marcel

    • Klar, sag ich ja auch: der typische Sound von einem gut klingenden Precision mit Flatwounds ist ja auch super! Allerdings nur in der richtigen Situation! Und bei meiner Erfahrung neulich im Studio hätte ich im Leben nicht daran gedacht, einen solchen Bass Sound zu wählen. Und darum mein Video, um die Menschheit eben darauf hinzuweisen, nicht nach Klischees zu handeln (weil eben etwas „Vintage“ ist, ist es auch cool und besser), sondern zu schauen, was der Sound der Band/des Projektes ist und daraus etwas zu machen. Hätte ich schlecht klingendes Equipment gehabt, hätte ich es noch verstanden, aber mein Sound ist wirklich annehmbar und dann nach einem Vintage Sound zu fragen, war einfach irgendwie komisch.
      Danke für einen Beitrag!

  3. Hallo Florian,

    diese Diskussion kenne ich schon sehr lange.

    Als langjähriger Keyboarder: analoge oder digitale Synths?

    Als langjähriger Saxofonist: Muss es ein Selmer Mark 6 sein?

    Die Foren sind voll davon und irgendwie gibt es immer zwei Lager.

    Meine klare Haltung: Ich spiele die Instrumente, die ich will. Mein persönlicher Sound ist immer zu hören.

    Als „junger“ Bassist spielte ich zuerst einen Fender JazzBass Mexiko Fretless (4-Saiten) und dann kam meine 5-saitige Marleaux Diva… Ich hatte diese bei dir erstmalig gesehen und mich optisch „verliebt“.

    Als ich diese erstmalig in der Hand hatte, war ich total begeistert. Noch größer war die spontane Begeisterung in meiner Jazz-Band und bei meiner liebsten Ehefrau.

    Durch die Möglichkeiten beeindruckt, die ich bei Janet Gwizdala höre und sehe, kam noch ein gebrauchter fünfsaitiger Marleaux MBass mit hoher C-Saite hinzu.

    Nun bin ich „versorgt“ und konzentriere mich aus das Wesentliche: motiviertes kreatives Üben!

    Auch in den Bass-Foren gibt es ja diese Lager.

    Ob die Tontechniker auch „gemeckert“ hätten, wenn du einen auf alt getrimmten Bass gehabt hättest?

    Ok, ein dumpfer Bass-Sound ist anders als ein brillanter Bass-Sound, aber am Ende zählt der Gesamtsound. Ich war auch manchmal erschrocken, wie die Keys als Einzelspur „dünn“ klangen, aber insgesamt super reinpassten.

    Spannender als die Reaktion des Tontechnikers fände ich die Reaktion deiner Mitmusiker. Sind diese vielleicht auch eher „Vintage“ drauf?

    Deine Bereitschaft nicht dein eigenes Instrument zu spielen, gäbe es bei mir nicht.

    Ich bin Musiker und bediene nicht irgendwelche „amtliche“ Sounds.

    Gruß

    Michael


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